Instrumente
Alfaia
Die Alfaia ist eine Basstrommel aus Holz, die vor allem im Maracatú zum Einsatz kommt. Sie stammt von der großen Trommel der europäischen Marschmusik ab.
Ursprünglich wurde der Korpus aus einem ausgehöhlten Baumstamm gefertigt, heute wird schichtverleimtes Sperrholz verwendet. Die Alfaia ist mit Naturfell bezogen und wird mit Stricken gestimmt.
Die Alfaia wird meistens in drei Tonhöhen gespielt, die ähnlich der Surdo-Stimmen sind. Gespielt wird sie mit zwei dicken Holzstöcken, wobei der Stock für die rechte Hand dicker ist als der für die linke Hand. Bei der linken Hand wird außerdem eine besondere Schlagtechnik eingesetzt, bei der der Stock im Prinzip falsch herum gehalten wird und mit einer Drehbewegung auf das Fell geschlagen wird.
Die Alfaia wird mit einem Schultergurt getragen und beim Spielen leicht zur Seite gekippt. Letzteres ist der Grund für die außergewöhnliche Stockhaltung der linken Hand.
Inzwischen spielen wir die Alfaias lieber als die Surdos, weil Alfaias einen satteren Klang haben.
Surdo
Die brasilianische Surdo ist eine zylindrische Trommel und gehört zu den größten und wichtigsten Instrumenten der Sambaperkussion. Sie liefert das rhythmische Grundgerüst des Sambas.
Die Surdo ist etwa 60 cm hoch und besitzt einen Durchmesser zwischen 16 und 24 Zoll. Der Klangkörper besteht meistens aus Aluminium. Schlag- und Resonanzfell werden mit einem Ring am Kessel befestigt und bestehen aus Kunststoff oder aus Leder.
Surdos werden im Samba entweder in zwei oder in drei Tonlagen gespielt:
Primeiro (Marcação): Die Primeiro ist die größte und am tiefsten gestimmte Surdo. Sie ist meistens für die geraden Zählzeiten „zwei“ und „vier“ verantwortlich, die im Gegensatz zur europäischen Musik, beim Samba stark betont werden.
Segundo (Resposta, Respondor): Die mittlere Segundo spielt meistens die Zählzeiten „eins“ und „drei“ und ist mit der Primeiro zusammen für den Puls des Rhythmus verantwortlich.
Terceiro (Cortador): Die kleinste Surdo, die Terceiro, ist die am hellsten gestimmte Surdo. Auf ihr werden schnellere Schlagfolgen, oft Synkopen, gespielt.
Surdos werden mit einem mit Stoff bespannten Schlegel gespielt. Bei Bedarf wird das Schlagfell mit einer Hand abgedämpft, um einen trockeneren Klang zu erreichen. Wenn nötig, zum Beispiel bei sehr komplexen Rhythmen, werden auch zwei Schlegel benutzt.
Getragen wird die Surdo mit Schulter- oder Hüftgurten.
Früher haben wir gerne auf Surdos gespielt, inzwischen spielen wir jedoch lieber auf Alfaias. Allerdings kommen Surdos bei uns immer noch zum Einsatz, beispielsweise wenn wir im Regen spielen müssen (Das Aluminium und das Plastik der Surdos ist dabei weniger empfindlich als das Holz und das Leder der Alfaias) oder wenn ein klarerer Sound gefordert ist.
Repinique
Die Repinique ist eine kleine Trommel aus der brasilianischen Sambaperkussion.
Die Repinique ist 30 bis 40 Zentimeter hoch und hat einen Durchmesser zwischen 10 und 15 Zoll. Der Klangkörper besteht aus Metall, die Felle aus Nylon. In Verbindung mit einer hohen Stimmung entsteht so ein sehr heller, metallischer Ton.
In der Sambaperkussion wird die Repinique wegen ihres hohen metallischen Klange oft für so genannte Chamadas (Portugiesisch; „Rufe“) benutzt. Sie kann mit einem Holzstock und der flachen Hand oder aber auch mit zwei Holzstöcken gespielt werden.
Getragen wird die Repinique meistens mit einem Hüftgurt.
Bei uns ist die Repi ein Soloinstrument, welches zwar meistens einen vorgegebenen Rhythmus spielen muss, aber durchaus Variationen einbauen und solieren kann. Die Repi wird außerdem meistens für Chamadas eingesetzt.
Timba
Die Timba ist eine Handtrommel der brasilianischen Musik.
Der Korpus der Timba besteht aus lackiertem Pressholz und ist ca. 70–90 cm hoch. Das Schlagfell aus Plastik hat einen Durchmesser von 12 bis 14 Zoll. Durch das Plastikfell hat die Timba einen klaren, fast schon metallischen Klang.
Die Schläge auf der Timba sind ähnlich die der Conga oder der Djembé. Die üblichen Schläge sind der offene Ton („Open Tone“) und der laute, helle und knallige Slap. Ein weiterer Schlag ist der Bass, bei dem mit der flachen Hand auf die Fellmitte geschlagen wird. Die Timba wird in der Sambamusik oftmals als Ersatz für andere schwere Handtrommeln gespielt, da sie leicht und deshalb besser zu tragen ist.
Getragen wird die Timba mit einem Hüftgurt.
Bei uns kommt die Timba oftmals als Soloinstrument zum Einsatz und einige Chamadas („Rufe“) werden auf ihr gespielt.
Agogô, Shaker und Co
Diese hellen Rhythmusinstrumente unterstützen die tieferen Instrumente.
Die Agogô besteht aus zwei, manchmal auch drei kegelförmigen Metallglocken. Sie wird mit einem Holzstock gespielt. Im Samba zieht die Agogô meistens ein Pattern oder eine Clave durch den Rhythmus und dient somit auch als Orientierungshilfe für die anderen Instrumente.
Der Shaker dient als Untermalung und schafft durch seinen hellen Klang ein breiteres Klangspektrum.
Das Tamburin wird in der Samba-Musik mit einer Plastikpeitsche gespielt und als Soloinstrument eingesetzt, welches sich verändernde Patterns über den Rhythmus spielt.
Bei uns kommt live vor allem die Agogô oft zum Einsatz. Bei Studioarbeiten spielen wir aber auch meistens zusätzlich einen Shaker ein, um das Klangspektrum des Rhythmus zu vergrößern. Das Tamburin spielen wir eher selten und wenn, dann nur in klassischen Samba-Rhythmen.